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Calpe. Jeden Tag wächst Calpe auf dem Weg zu einem zweiten
Benidorm ein weiteres Stück der Sonne entgegen. Doch wie rasant
sich auch die Silhouette der Baugerüste hinaufschrauben mag
– ihren Meister haben die Hotels und Bettenburgen nicht erst
heute, sondern schon vor 38 Millionen Jahren gefunden: als der Peñón
de Ifach (valenciano: Penyal d’Ifac) aus dem Schoße
des Meeresgrundes “geboren” wurde, ein Vulkan ihn ausspie
oder er einfach mit einem Erdrutsch von der Sierra de Oltá
herunterfiel. So mannigfaltig wie die Theorien um seine Entstehung,
so mannigfaltig die Gesichter des rauhen Riesen.
Noch heute wacht der gigantische Kalk-Felsen mit dem markanten
Profil, das die Naturgewalten Wind und Wasser bis zum heutigen Tag
aus dem einst glatten Klotz modellierten, über den wohl unbestritten
schönsten Abschnitt der Weißen Küste – und
mit einer lichten Höhe von 332 Metern darüber, dass keines
der neuen Hochhäuser ihm – als Hüter der ursprünglichen
Heimat samt ihrer Flora und Fauna – über den Kopf wächst.
Nicht von ungefähr ist der imposante Felsen, der sich selbst
für fitte Bergwanderer, die seinen Gipfel zu erklimmen suchen,
nicht nur bei heißem Wetter als ganz schön harter Brocken
erweist, zum Wahrzeichen der ganzen Costa Blanca geworden.
Während Sie nun so am Fuße des rauhen Riesen noch mit
einem prüfenden Blick festzustellen suchen, ob Ihr Schuhwerk
wohl dem Gipfelsturm gewachsen sein wird (ja, Badelatschen
sind für den Aufstieg wenig empfehlenswert!), könnte es
passieren, dass Sie plötzlich aus Richtung Meer ein gellendes
Kreischen vernehmen. Nein, in aller Regel ist an dieser Stelle niemand
gerade vom Berg gefallen! Die merkwürdigen Laute kommen vielmehr
aus dem Inneren eines Gebäudes zu Ihrer Rechten. Hier können
Sie sich etwas Vorwissen “einpacken”, bevor Sie sich
anschicken, den Berg auf Schusters Rappen zu erkunden.
Gigant birgt
viele Geheimnisse
Das liebevoll gestaltete Museum am Fuße des Felsens, aus
dem Sie die merkwürdigen Laute gehört haben, lüftet
viele der Geheimnisse, die Sie dem steinernen Riesen auf eigene
Faust kaum hätten entlocken können.
Bei dem, was Sie gerade gehört haben, handelt es sich um die
“zarten Stimmchen” der Gelbfuß-Möwen, die’s
im Museum vom Band kommen. Und von denen gibt es auf dem Berg gerade
im Moment nicht nur mehr als reichlich, sondern sogar so viele,
dass sie für das ausbalancierte Gleichgewicht der Artenvielfalt
– es gibt auf dem Ifach vom Mauersegler bis zum Falken allein
mehr als 80 verschiedene Vogelarten – zum Problem zu werden
beginnen.
Der mit einer Größe von 45 Hektar kleinste Naturpark
Europas bietet nicht nur der Tierwelt, sondern auch seltenen Pflanzen
ein Zuhause. Nicht weniger artenreich übrigens gestaltet sich
am Fuße des Felsens die Welt unter Wasser. Was Sie trockenen
Fußes vom Lande aus nicht entdecken, können Sie sich
im Museum ebenfalls ansehen: Ein Aquarium mit den wichtigsten Vertretern
der hier heimischen Fische sowie bunte Schauwände erlauben
Ihnen, vom Seestern bis zur Muschel all jene Lebewesen kennenzulernen,
welche Ihnen sonst unter der Oberfläche des Meeres verborgen
bleiben.
Wer wohnt wohl in
der Welt unter Wasser?
Jetzt kennen Sie ihn von Kopf bis Fuß, den rauhen Riesen.
Und alle seine Bewohner. Somit können Sie nun, all ihr neues
Wissen im “Gepäck”, auch mit dem Aufstieg beginnen.
BEZWINGEN müssen Sie, das werden Sie entspannt feststellen,
diesen wunderbaren Berg jetzt nicht mehr. Lassen Sie sich stattdessen
von der schroffen Schönheit des “hohen Hüters”
an die Hand nehmen … und sanft auf seinen Gipfel führen.
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